Mein UKB

Mein UKB

Persönlicher Krankenhausbegleiter für klinische Services und Behandlungsunterstützung

Usability Engineering

2024 - 2025

Universitätsklinikum Bonn

Erwähnt in Publikationen

Bresser, L., Heinemann, M., Chaikevitch, P., & Jonas, S. (2025).

Development of a Patient-Centered App for an University Hospital: An Usability Engineering Approach. Studies in health technology and informatics, 327, 964-968.

Chaikevitch, P. (2025).

Usability Engineering for patient apps. adesso Blog.

Projektprofil

Die Universitätsklinik Bonn (UKB) zählt zu den führenden medizinischen Einrichtungen Deutschlands und bietet umfassende Versorgung sowie klinische Forschung in zahlreichen Fachbereichen. Im Rahmen der Digitalisierungsinitiative „Innovative Secure Medical Campus“ (ISMC) verfolgte das UKB das Ziel, eine mobile Lösung zu schaffen, die Krankenhausprozesse einfacher, transparenter und patientenfreundlicher macht. Patient:innen und Angehörige sollten entlang der gesamten klinischen Journey – von der Überweisung bis zur Genesung – befähigt werden, medizinische Angelegenheiten eigenständig zu verwalten und auf ein breites Spektrum digitaler Services und Tools zugreifen zu können.

Die Aufgabe

Eine Patientin mit Verdacht auf Blasenfunktionsstörung erhält eine Überweisung ans UKB. Sie recherchiert die Adresse und findet eine einzige für alle 60+ Fachkliniken. Sie ruft an, landet in der falschen Abteilung. Am Tag des Termins irrt sie über einen Campus ohne zentrale Rezeption. Ihre Vorbefunde hat sie ausgedruckt mitgebracht, weil es keinen digitalen Weg gab, sie vorab zu teilen. Nach dem Termin erhält sie einen stationären Aufnahmetermin, und zwar per Brief, drei Wochen später.


Das UKB brauchte ein digitales Patientenportal - gesetzlich vorgeschrieben durch das KHZG, strategisch gewollt als Vorreiterrolle in der Patientenermächtigung. Doch die eigentliche Herausforderung war dreifach: Erstens belasteten Terminverwechslungen, manuelle Dokumentenweitergabe und Orientierungslosigkeit auf dem Campus das Klinikpersonal mit vermeidbarem Verwaltungsaufwand. Zweitens existierten für jeden dieser Schmerzpunkte bereits Insellösungen, ohne Integration, ohne durchgängige Patientenreise. Und drittens fehlte die empirische Grundlage: Niemand wusste, was Patienten über heterogene Fachkliniken hinweg tatsächlich brauchen.

BELFRY

MEDICAL COMPANION

MDR-compliant mobile Health App for a physical Medical Device

Product Design

2023 - 2024

Belfry Medical GmbH

as part of Sanity Group GmbH

Usability Engineering

2024 - 2025

Universitätsklinikum Bonn

Featured in Publications

Erwähnt in Publikationen

Bresser, L., Heinemann, M., Chaikevitch, P., & Jonas, S. (2025).

Development of a Patient-Centered App for an University Hospital: An Usability Engineering Approach. Studies in health technology and informatics, 327, 964-968.

Chaikevitch, P. (2025).

Usability Engineering for patient apps. adesso Blog.

Belfry Medical specializes in controlled medical substance therapy through an advanced inhalation device, offering microgram-level precision dosing.


To improve treatment monitoring and help patients take control of their therapy, my team and I designed the user-centric Belfry Medical Companion App. This MDR-compliant mobile health solution offers full transparency throughout the treatment process, reduces the risk of addiction and misuse, and optimizes both outcomes and cost efficiency.


The Belfry Medical Companion supports responsible use of the cannabis inhaler by tracking device status, recording therapy data, and serving as a symptom diary. It logs usage history, provides timely reminders, and seamlessly links key inhaler functions to the user’s smartphone.

Mission Statement

Die Aufgabe

Our team designed the Belfry Medical Companion App — a user-focused, compliant digital tool that provides patients with transparency and control over their therapy. By tracking device status, recording detailed therapy data, and offering a symptom diary, the app helps reduce the risk of addiction and misuse while optimizing treatment outcomes and cost efficiency. Features such as usage history, timely reminders, and smartphone-linked inhaler controls ensure patients can manage their therapy responsibly and with confidence throughout the entire treatment process.

Eine Patientin mit Verdacht auf Blasenfunktionsstörung erhält eine Überweisung ans UKB. Sie recherchiert die Adresse und findet eine einzige für alle 60+ Fachkliniken. Sie ruft an, landet in der falschen Abteilung. Am Tag des Termins irrt sie über einen Campus ohne zentrale Rezeption. Ihre Vorbefunde hat sie ausgedruckt mitgebracht, weil es keinen digitalen Weg gab, sie vorab zu teilen. Nach dem Termin erhält sie einen stationären Aufnahmetermin, und zwar per Brief, drei Wochen später.


Das UKB brauchte ein digitales Patientenportal - gesetzlich vorgeschrieben durch das KHZG, strategisch gewollt als Vorreiterrolle in der Patientenermächtigung. Doch die eigentliche Herausforderung war dreifach: Erstens belasteten Terminverwechslungen, manuelle Dokumentenweitergabe und Orientierungslosigkeit auf dem Campus das Klinikpersonal mit vermeidbarem Verwaltungsaufwand. Zweitens existierten für jeden dieser Schmerzpunkte bereits Insellösungen, ohne Integration, ohne durchgängige Patientenreise. Und drittens fehlte die empirische Grundlage: Niemand wusste, was Patienten über heterogene Fachkliniken hinweg tatsächlich brauchen.

Project profile

Projektprofil

Belfry Medical specializes in controlled medical substance therapy using an advanced inhalation device capable of microgram-level precision dosing. The company set out to complement this hardware with a digital solution that would enhance treatment monitoring, strengthen patient engagement, and support responsible therapy management. The goal was to create a mobile health application that not only integrates seamlessly with the inhaler but also meets strict MDR compliance standards for safety and reliability.

Die Universitätsklinik Bonn (UKB) zählt zu den führenden medizinischen Einrichtungen Deutschlands und bietet umfassende Versorgung sowie klinische Forschung in zahlreichen Fachbereichen. Im Rahmen der Digitalisierungsinitiative „Innovative Secure Medical Campus“ (ISMC) verfolgte das UKB das Ziel, eine mobile Lösung zu schaffen, die Krankenhausprozesse einfacher, transparenter und patientenfreundlicher macht. Patient:innen und Angehörige sollten entlang der gesamten klinischen Journey – von der Überweisung bis zur Genesung – befähigt werden, medizinische Angelegenheiten eigenständig zu verwalten und auf ein breites Spektrum digitaler Services und Tools zugreifen zu können.

Position und Verantwortlichkeiten

Als Usability Engineering Lead und Art Director verantwortete ich den gesamten nutzerzentrierten Entwicklungsprozess. Auf Basis der kontextuellen Studien des Instituts für Digitale Medizin der Universitätklinik Bonn orchestrierte ich die Übersetzung der Erkenntnisse in Produktstrategie, Anforderungen und Design - über ein 5-köpfiges Team aus adesso-Designern und UKB-Forscherinnen.


Dabei verdichteten wir über 900 unstrukturierte Anforderungen aus 7 klinisch heterogenen Fachkliniken in 32 Hauptaufgaben und gestalteten daraus 12 Flows mit über 200 Screens. In meiner Hand lagen die strategische Ausrichtung des Anforderungsprozesses, die Gestaltung der Patient-Journey-Architektur über 4 integrierte Systeme hinweg und die kreative Leitung vom ersten Wireframe bis zum WCAG-AA-konformen High-Fidelity-UI.

Das Team

Projektmitglieder:innen aus Datenschutzgründen verdeckt

Lead Usability Engineering

Anforderungsanalyse und Konzeption

Kreativstrategie

Sr. UX/UI-Designer

Konzeption und Art Direction

Sr. UI-Designer

Interface Design

Barrierefreiheits-Consultant

Beratung zum Rahmen der regulatorisch notwendiger Maßnahmen

Sr. Researcher (UKB)

Forschungsstrategie und Umsetzung

Erkenntnisanalyse

Sr. Researcher (UKB)

Forschungsstrategie und Umsetzung

Erkenntnisanalyse

Sr. Researcher (UKB)

Forschungsstrategie und Umsetzung

Erkenntnisanalyse

Barrierefreiheits-Consultant

Beratung zum Rahmen der regulatorisch notwendiger Maßnahmen

Sr. UI-Designer

Interface Design

Der Prozess

Der Entwicklungsprozess folgte einem fünfstufigen Ansatz, der klinische Stakeholder-Perspektiven systematisch mit realen Patientenbedürfnissen abglich.


Schritt 1 Klinischen Kontext bestimmen

In einem 2-tägigen Workshop mit Stakeholdern des UKB wurden die klinischen und wirtschaftlichen Projektziele geklärt: Welche Probleme im Klinikalltag soll die App lösen? Welche Nutzergruppen sind relevant? Erste Annahmen über Patientenbedürfnisse wurden formuliert - als Hypothesen, die im Feld validiert werden sollten.


Schritt 2: Nutzungskontext analysieren

Die Annahmen wurden durch qualitative Feldforschung überprüft: 8 Fokusgruppendiskussionen mit medizinischem Fachpersonal identifizierten die konkreten Schwachstellen in den Behandlungsabläufen einzelner Kliniken. 2 Workshops und 4 Einzelinterviews mit Patient:innen - methodisch basierend auf User Story Mapping - erfassten die tatsächliche Patientenperspektive.


Schritt 3: Patient Journeys validieren

Die Forschungsergebnisse wurden als validierte Patient Journeys visualisiert — getrennt für ambulante und stationäre Behandlungspfade. Von der Warteliste über die Terminvereinbarung, den Klinikbesuch und die stationäre Aufnahme bis zur Entlassung und Nachsorge: Jeder Schritt wurde mit den konkreten Aufgaben und Fragen der Patient:innen im klinischen Alltag verknüpft.


Schritt 4: Kern- und Teilaufgaben definieren

Aus 277 erhobenen impliziten Bedürfnissen wurden 141 Anforderungen spezifiziert und in 48 Kernaufgaben gruppiert. Diese verdichteten wir weiter zu 32 Hauptaufgaben und 120 Teilaufgaben als Grundlage für Konzeption und Entwicklung. Parallel entstanden validierte Personas für drei Versorgungsszenarien: ambulant, teilstationär und stationär.


Ergebnisse der Analysephase waren folgende strategisch kritische Erkenntnisse:

Kliniken werden bei der Terminvereinbarung verwechselt: Psychiatrie oder Psychosomatik? Unsicherheit bei der Kliniksuche erzeugte administrativen Mehraufwand für das Personal und Verunsicherung bei Patient:innen.

Orientierungslosigkeit auf dem Campus: Alle Kliniken teilen dieselbe Adresse, es gibt keine zentrale Rezeption — Patient:innen und Angehörige wussten oft nicht, wohin sie gehen sollen.

Behandlungsvorbereitung findet ausschließlich vor Ort statt: Patient:innen erhielten vorab keine Informationen und hatten keinen digitalen Weg, Unterlagen mit ihrer Ärztin zu teilen.

Patient:innen sind auf Angehörige angewiesen: Schwere Einschränkungen erforderten, dass Angehörige administrative Aufgaben stellvertretend übernehmen können.

Patient:innen fühlen sich unzureichend informiert: Zeitdruck beim Personal führte dazu, dass Patient:innen und Angehörige Behandlungsinformationen als unzureichend empfanden.


Schritt 5: Von Anforderungen zu Lösungen

Die 5 Erkenntnisse wurden in nutzerzentrierte Systemanforderungen überführt und prägten direkt die Designentscheidungen: Eine diagnosebezogene Suchfunktion mit sichtbaren Sprechzeiten, integrierte Campus- und Indoor-Navigation, digitales Aufgabenmanagement mit Dokumenten-Upload, Familienprofile mit Übergabefunktion und strukturierte Klinik-Informationsseiten. Vier bestehende Systeme — Dedalus, condat, Arivo und CA — wurden dabei zu einer durchgängigen Patient Journey zusammengeführt, statt als isolierte Module zu existieren.

Projekteinblicke

Splash Screen & Onboarding

Three smartphones above each other
Three smartphones above each other

Home Dashboard

Smartphone standning behind medical cannabis inhaler

Terminverwaltung

Woman with a smartphone in her hand
Woman with a smartphone in her hand

Familienprofile

Smartphone in the hands of a user

On-Campus Navigation

Smartphone in the hands of a user
Smartphone in the hands of a user

Aufgabenverwaltung

Responsibilities

Verantwortungsbereiche

Art Direction

Requirements Engineering

Usability Engineering

(acc. to ISO 62366-1)

Usability Engineering

Woman with a smartphone in her hand

Onboarding process

Three smartphones above each other

Belfry Medical Companion Dashboard

Smartphone standning behind medical cannabis inhaler

Treatment overview

Inhalation assistant

Smartphone in the hands of a user

Treatment Check-Up

Details und Kennzahlen

Projektdauer

4 Monate

1 Monat Research & Analyse

3 Monate Konzept & Design

Geführtes Kreativteam

6 Designer:innen/Berater:innen

Einbezogene Fachkliniken

7

Spezifizierte Hauptanforderungen

32

aus 900 Bedürfnissen

Methodik

Anforderungsanalyse
Durchsicht von Rohtranskripten aus Patienteninterviews und Workshop-Notizen aus sechs Fachkliniken, um alle expliziten und impliziten Anforderungen zu identifizieren.

Konsolidierung der Schlüsselaufgaben
Zusammenführung und Priorisierung der Aufgaben über alle Gruppen hinweg, um 32 Kernaufgaben und 120 Unteraufgaben als Grundlage für das Design der „Mein UKB“-App zu definieren.

Kategorisierung der Nutzergruppen
Zuordnung aller extrahierten Anforderungen zu Nutzergruppen basierend auf den spezifischen Bedürfnissen innerhalb des Krankenhausökosystems.

Aufgabenbildung
Clustern zusammengehöriger Anforderungen innerhalb jeder Nutzergruppe zu nachvollziehbaren Aufgaben, die reale Nutzungsszenarien abbilden.

Software Stack

Figma

Confluence

als Quality Management System

Berlin, 2026.

Alle Bilder werden nur zu Portfolio- und Illustrationszwecken präsentiert. Sie sind nicht für die kommerzielle Nutzung, Vervielfältigung oder Verbreitung lizenziert.

Berlin, 2026.

Alle Bilder werden nur zu Portfolio- und Illustrationszwecken präsentiert. Sie sind nicht für die kommerzielle Nutzung, Vervielfältigung oder Verbreitung lizenziert.

Berlin, 2026.

Alle Bilder werden nur zu Portfolio- und Illustrationszwecken präsentiert. Sie sind nicht für die kommerzielle Nutzung, Vervielfältigung oder Verbreitung lizenziert.