Digitale Einsatzsteuerung für Bereitschaftsärzt:innen
Position und Verantwortungen
Als Creative Lead war ich für das End-to-End-Produktdesign von „KV Move“ verantwortlich – von der strategischen Anforderungsanalyse gemeinsam mit zwei Requirements Engineers bis zur Ausgestaltung des durchgängigen User Flows von der Einsatzannahme bis zur Abrechnung im mobilen Praxisverwaltungssystem. Ich habe die Anforderungen der KV Nordrhein und des Bereitschaftsdienstes strukturiert, in Navigations- und Interaktionskonzepte übersetzt und darauf geachtet, dass die Anwendung auf den vorinstallierten Android-Tablets auch abends, nachts und unterwegs im Fahrzeug bei wechselnden Einsatzorten einfach und sicher bedienbar ist.
Gemeinsam mit Projektleitung und Fachbereichen wurden UX-bezogene Erfolgskriterien definiert, etwa die medienbruchfreie Abwicklung eines Einsatzes, eine schnelle Priorisierung auf Basis von SmED-Einstufung, Vitalwerten und Entfernung sowie die Reduktion unnötiger Eingaben. Auf dieser Grundlage entstand ein Pilotprototyp, der in einer Feld-Usability-Studie (Shadowing) im realen Einsatzkontext überprüft und iterativ geschärft wurde.
Der Prozess
Schritt 1: Strategische Anforderungsanalyse & Zielbild
Zu Beginn stand eine kompakte Strategiephase, in der wir innerhalb weniger Wochen die fachlichen Vorgaben der KV Nordrhein, die Rahmenbedingungen der neuen Fahrdienststruktur und die Bedürfnisse des Bereitschaftsdienstes zusammengeführt haben. Gemeinsam mit zwei Requirements Engineers habe ich die Anforderungen in Kern-Use-Cases und Risiken übersetzt und daraus ein klar abgegrenztes Zielbild für die erste Version von „KV Move“ abgeleitet. In diesem Schritt wurden zentrale UX-KPIs definiert: medienbruchfreie Abwicklung eines Einsatzes, eine schnelle und transparente Priorisierung nach SmED-Einstufung, Vitalwerten und Entfernung sowie die Minimierung notwendiger Eingabeschritte pro Einsatz.
Schritt 2: Konzeption des Pilot-User-Flows
Auf dieser strategischen Grundlage habe ich einen durchgängigen User Flow entwickelt, der Notdienstärzt:innen von der Einsatzannahme über die Priorisierung bis zur Abrechnung im mobilen Praxisverwaltungssystem führt. Informationsarchitektur, Navigationskonzept und Interaktionsmuster wurden so gestaltet, dass zentrale KPIs direkt adressiert werden: klare Priorisierungslogik, reduzierte Eingabekomplexität und eine Bedienbarkeit, die auf den Nutzungskontext abends, nachts und unterwegs im Fahrzeug zugeschnitten ist. Ergebnis dieser Phase war ein funktionsnaher Pilotprototyp auf Basis der definierten Kernaufgaben.
Schritt 3: Feld-Usability-Test im realen Einsatzkontext
Der Pilotprototyp wurde anschließend in einer Feld-Usability-Studie im Rahmen des Bereitschaftsdienstes getestet. Im Shadowing-Setup wurden reale Einsätze begleitet, um zu prüfen, ob Ärzt:innen die zentralen Aufgaben ohne zusätzliche Erklärungen bewältigen können, wie gut die Priorisierung im Alltag funktioniert und wo unnötige kognitive Belastung entsteht. Diese Beobachtungen dienten als qualitative Grundlage, um die definierten UX-KPIs zu spiegeln und blinde Flecken aus der reinen Konzeptionsphase sichtbar zu machen.
Schritt 4: Iterative Optimierung & Vorbereitung des Soft Launch
Auf Basis der Feldbeobachtungen wurden Flow, Bildschirmabfolgen und Interaktionsdetails gezielt angepasst – mit Fokus auf die Beseitigung kritischer Usability-Hürden und die weitere Reduktion überflüssiger Schritte. So entstand eine konsolidierte Designfassung, die die Anforderungen der KV Nordrhein, die Arbeitswirklichkeit der Bereitschaftsärzt:innen und die zuvor definierten Erfolgskriterien zusammenbringt und als Grundlage für den Soft Launch mit begrenzter Teilnehmerzahl diente.
Einsatzübersicht
Patient:innenübersicht - Details an einem Ort
Details und Kennzahlen
Projektdauer
3 Monate
(Pilot-) Launch
Feb. 2026
(Test-) Ärzt:innen
ca. 80
Erfolgreiche Patienteneinsätze
3.200
Stand März 2026
Komponenten im Design System
206
Software Stack
Figma + Figma Make
Claude Code
Android Studio
Adobe Creative Suit
Illustrator







